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Thread: Kulturelles

  1. #1
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    Default Kulturelles

    Hallo,
    dieser Thread soll euch Raum geben für künstlerische Ergüsse zum Thema Rikscha, z.B. für kleine Gedichte, für Kurzgeschichten oder für ähnliches. Ich hatte da mal das Netz durchstöbert und hab sogut wie gar nichts dazu gefunden. (Außer vielleicht noch: "Soll dein Weibchen glücklich sein, lad es in die Rikscha ein"). Ich meine zum Thema Fahrrad gibt es doch schon soviel nette Gedichte und witzige Geschichten, warum also nicht auch zur Rikscha? -Lasst eure Phantasie hier freien Lauf :-)
    Ich bin gespannt.

    Ach und Trixi bat mich, die Vision, die ich geschrieben habe hier zu posten und nicht nur zu verlinken.

    Also hier nun die Vision, sie darf übrigens gerne von euch verwendet werden, umgestaltet oder ausformuliert werden...


    >6.00 Uhr, mein Wecker klingelt. *Gähn*, beim Stadtteilfest gestern Abend verging die Zeit wiedereinmal wie im Flug. Erst mal das Fenster aufmachen und die frische Stadtluft hereinlassen und den fantastischen Ausblick genießen. Herrlich wie die Vögel zwitschern. Einen Moment halte ich inne und nehme all die Dinge war, die mich umgeben: Die Jugendlichen, die kreuz und quer durch die Straßen laufen und radeln, um ja nicht all zu spät zur Schule zu kommen, die Mütter, die noch ein morgendlichen Spaziergang über die ehemalige inzwischen begrünte Stadtautobahn machen bevor sie ihr Jüngstes in einen der betreuten Betriebskindergärten abgeben und die Geschäftsleute, die noch schnell etwas in ihren Laptop tippen während sie im Fahrradtaxi zum Büro sitzen.
    Oh, jetzt muss ich aber wirklich bald los. Ich überlege, ob ich meinen Weg zum Büro mit einem morgendlichen Jogginglauf beginne. Na das lasse ich heut lieber mal, nehme lieber mein Fahrrad, damit ich noch pünktlich komme. Eigentlich brauche ich es nicht wirklich, denn bis zum Firmenbüro sind es ja nur 800 Meter.
    Ich arbeite als Kundenbetreuer in der Filiale eines Kurierdienstes, muss aber auch die Fahrer und Fahrerinnen einteilen. Mit den Kurierservices von früher hat unsere Firma nicht mehr viel zu tun. Der wirklich größte Teil des Schriftverkehrs wird über das Internet abgewickelt, nur noch bei 10 % unserer Aufträge sollen Briefe oder Werbesendungen verteilt werden.
    Der Tag beginnt wie üblich, dass die schöne Bäckersfrau von nebenan bei uns klingelt und die bestellten Brötchen bei uns abliefert. Nein, die Brötchen sind nicht für uns, sondern für unsere Kunden. Damit es schnellt geht und die Brötchen noch warm beim Kunden ankommen, schnallen sich unsere Fahrer die Inlineskates an die Füße.
    Später am Tage kommen dann größere Aufträge, wir sollen eine Holzkommode vom Tischler zum Kunden bringen. Gott sei Dank haben wir unsere großen Transportfahrräder, die sind für so was optimal ausgerüstet. Durch das große Ladevolumen, den leichten Bau des Fahrzeugs und die gute Übersetzung, schaffen wir es die Kommode noch innerhalb einer Dreiviertelstunde zum Kunden zu bringen. Unsere Firma ist stolz darauf, seit Neun Jahren autofrei zu sein, das ist immerhin drei Jahre länger als es die Stadt ist. Überhaupt erinnert das heutige Stadtbild überhaupt nicht mehr an früher. Es gibt nun viel mehr Grünflächen und Spielplätze in der Stadt und die Luft ist sauber, doch was für mich mit am wichtigsten ist: Der Autolärm, der bei mir immer so schlimme Kopfschmerzen ausgelöst hat, ist endlich verschwunden.


    Am Abend entschließe ich mich, noch meine Freundin besuchen zu gehen. Dummerweise wohnt sie am anderen Ende der Stadt. Ich bin heute mal faul und lasse mich lieber fahren. Ich überlege, ob ich die Straßenbahn nehme, entschließe mich dann aber doch für die Fahrradrikscha. So kann ich mir wenigstens noch ein bisschen die Luft um den Kopf wehen lassen. Seit dem die Innenstadt autofrei ist, gibt es hier auch viel weniger Rangeleien, keine genervten Menschen mehr, die staufrustriert sind, endlich wieder Platz auf den Straßen. Platz für Fahrradwege und Platz für Fußwege. Ich fahre gern Fahrradtaxi, denn damit kommt man viel schneller voran als damals mit dem Auto. Und gerne erinnere ich mich dann daran wie ich meine Freundin kennen gelernt habe. (Wie? Natürlich auch im Fahrradtaxi. Den Reizen so einer schönen Chauffeurin konnte ich einfach nicht wiederstehen ...).
    Seitdem die Fahrradtaxis ihre große Expansion erlebt hatten, haben endlich auch wieder viele Leute Arbeit gefunden. Vorbild für diesen Expansionserfolg der Branche war unser Bürgermeister, der sich ganz weit oben auf seinen Aktionsplan geschrieben hatte und auch selbst ganz oft in die Pedale trat um wichtigen Stadtbesuchern die schönsten Ecken der Stadt persönlich zu zeigen.


    Mein Freundin will mit mir heute ins Kino. Ich finde das einen tollen Vorschlag. Und so schlendern wir bald gemütlich zum nächsten Kino. Denn auch das ist das tollen an dieser Stadt. Arbeitsstätten, Wohnen und Freizeit sind näher zusammengerückt und wir brauchen nicht mehr einen Großteil unseres Daseins mit dem Warten im Stau verbringen und haben einfach mehr vom Leben.<

    Lutz Dressler.

  2. #2
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    Default Rikschabüchlein

    Hallo,

    noch eine paar kleine Verse, die ich aus meinem Rikschabüchlein habe. Das Büchlein ist praktisch ein kleines Fahrtenbüchlein, wo sich jeder, der auf meinen beiden Rikschas gefahren ist eintragen kann. Ich finde das für den privaten Zweck eine gute Sache, da es auch ein schönes Andenken ist. Mein prominentester Fahrgast war Klaus der Geiger, der Deutschlands bekanntester Straßenmusiker ist. Er hat ins Büchlein geschrieben:

    "Rikscha fahren
    das ist kein Schmarn
    wenn man hat
    Muckis satt"

    Und Wolf von Bültzingslöwen hat ihn ergänzt:

    "Wenn man jedoch da hintensitzt,
    Der Fahrer vorne stöhnt und schwitzt,
    Dann hat man sein Vergnügen,
    Wer andres sagt, tut lügen!"

    Naja, für einen Rikschaaservice, ist es wahrscheinlich übertrieben, so ein "Gästebuch" jedem Fahrgast anzubieten, doch es ist halt auch ein gutes Erinnerungsstück. Man kann sowas ja auch nur für seine prominenten Mitfahrer einführen. Aber da scheint es mir angebrachter, wenn diese sich irgendwie sichtbar an dem Gefährt verewigen würden...

  3. #3
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    Thumbs up Eine fantastische idea!

    Das Büchlein wird warscheinlich recht gutes lese material sein in ein paar Jahren, weil man niemals weis wer eine fahrt nemen wirt.

    Ich hab schon rech intersante leute im Rikshaw gehabet & solch ein Büchlein ware jetzted auch ein guttes sovenier es ist aber nich zu spate und ich werde dieses wochenend anfangen.

    Gute idea!!!!

    Quote Originally Posted by cyclo
    Naja, für einen Rikschaaservice, ist es wahrscheinlich übertrieben, so ein "Gästebuch" jedem Fahrgast anzubieten, doch es ist halt auch ein gutes Erinnerungsstück. Man kann sowas ja auch nur für seine prominenten Mitfahrer einführen. Aber da scheint es mir angebrachter, wenn diese sich irgendwie sichtbar an dem Gefährt verewigen würden...

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